Junge Freie Wähler: Demokratische Mitte darf das Feld nicht der AfD überlassen

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026
Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein deutlicher Warnschuss für alle
demokratischen Parteien. Die AfD wird voraussichtlich stärkste Kraft werden und damit ein
Ergebnis erreichen, das vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre.
Das sollten wir nicht schönreden. Aber wir sollten es auch nicht falsch einordnen.
Wer jetzt nur auf die AfD zeigt, hat die eigentliche Aufgabe noch nicht verstanden.
Der Erfolg der AfD ist auch Ausdruck von Unzufriedenheit mit der bisherigen Politik. Viele
Menschen haben das Gefühl, dass der Staat bei den großen Fragen nicht mehr liefert, dass
Probleme ausgesessen werden und dass ihre Anliegen in Berlin wie auch in den Ländern zu
wenig Gehör finden. Diese Menschen dürfen nicht einfach als „Protestwähler“ oder „Rechte“
abgestempelt werden.
Ihre Sorgen sind real. Die Antworten der AfD überzeugen uns trotzdem nicht.
Für uns Junge Freie Wähler ist klar: Eine demokratische Partei muss nicht jede Position der
AfD übernehmen, um die Probleme anzusprechen, die zu ihrem Erfolg beitragen. Im
Gegenteil. Wir brauchen eine politische Mitte, die wieder den Mut hat, über Migration,
Sicherheit, Bürokratie, Wirtschaft, Bildung und die Zukunft unserer Kommunen offen zu
sprechen – ohne dabei die Grenzen des demokratischen Rechtsstaates zu verschieben.
Genau hier sehen wir unsere Aufgabe
Die FREIEN WÄHLER haben sich klar gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD
ausgesprochen. Auch wir Junge Freie Wähler halten diese Abgrenzung für essentiell. Es
gibt für uns keine Grundlage für eine politische Zusammenarbeit mit der AfD.
Das bedeutet aber nicht, dass wir vor der Realität die Augen verschließen.
Die demokratische Mitte muss sich fragen, warum sie so viele Menschen nicht mehr
erreicht. Es reicht nicht, die AfD zu kritisieren. Man muss besser sein als die AfD.
Das heißt für uns: weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Bürger, konsequenter
Rechtsstaat, sichere Kommunen, vernünftige Wirtschaftspolitik und eine Politik, die
Probleme löst, anstatt sie immer weiter zu verwalten.
Wir wollen dabei ausdrücklich keine Politik betreiben, die Menschen vorschreibt, was sie zu
denken haben. Eine lebendige Demokratie muss unterschiedliche Meinungen aushalten.
Auch unbequeme. Auch kontroverse.
Aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede politische Position automatisch richtig ist.
Und demokratischer Wettbewerb bedeutet nicht, dass man mit jeder politischen Kraft
zusammenarbeiten muss.
Wir können die AfD politisch ablehnen, ohne ihre Wähler zu verachten. Genau diesen Unterschied sollten die demokratischen Parteien wieder lernen.
Das heutige Ergebnis ist deshalb nicht nur eine Herausforderung für die AfD-Gegner. Es ist
vor allem eine Herausforderung für die demokratische Mitte selbst.
Wir Junge Freie Wähler wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass es wieder eine starke
bürgerliche Politik gibt, die weder dem linken Zeitgeist hinterherläuft noch rechten
Populismus kopiert.
Wir müssen nicht lauter werden als die AfD. Wir müssen glaubwürdiger werden.
Das ist die eigentliche Aufgabe, die nach dieser Wahl vor uns liegt.